Von Horb nach Monfalcone

 

Samstag 16. April 2005. Alles ist in Auflösung begriffen. Im Nordring 100 wird es zunehmend ungemütlich. Das Sofa ist schon seit Karfreitag weg. Die Bilder sind bereits gut verpackt in Kartons untergebracht. Es hallt schon in den Zimmern. Um uns aufzumuntern  lassen es sich die Nordring-Nachbarn nicht nehmen und organisieren bei Marlis und Rudi ein feucht-fröhliches Abschiedsessen.

 

Die Nordring-Nachbarn

 

Freitag 22. April 2005. Es ist geschafft. Das Auto ist voll gepackt und abfahrbereit für die 1. Umzugsfahrt zu unserer Nuku’alofa, die noch an Land in der Marina Hannibal in Monfalcone/ Italien steht.

In der vergangenen Woche haben wir unter tatkräftiger Mithilfe von Jochen und Yvonne, Birgit und Rainer  sowie Hubert den gesamten Hausrat zusammengepackt und nach Bildechingen zum Einlagern gebracht. Das Ausmisten und Aussortieren hat einfach kein Ende genommen, obwohl Helmut schon umfangreiche E-bay Aktionen durchgeführt hatte. Es ist unglaublich, was sich in den 18 Jahren, die wir im Nordring gewohnt haben, so alles angesammelt hat.  Der hausinterne Flohmarkt an meinem 50. Geburtstag war nur bedingt erfolgreich, da jeder eigentlich schon alles hat und solch einen Flohmarkt gut selbst bei sich zu Hause auch durchführen könnte. Für einige Möbelstücke und Kleidung  hatte die Caritas Verwendung. Alles was mit aufs Schiff  sollte, hat Birgit erst mal  in Jochens Garage gebracht. „Wie wollen wir das denn alles auf dem Schiff unterbringen?“ fragten wir uns. Da müssen wir wohl ein Versorgungsboot zusätzlich mitnehmen. Auch werden wir mehr als einmal nach Monfalcone fahren müssen, um wenigstens das wichtigste zu transportieren.

 

 

 

 

Umzugs-Chaos im Büro

 

 

 

 

 

Wie soll das nur in das Auto passen?

 

Wir verabschieden uns noch von Mutti, die seit Mitte März im Horber Altenheim wohnt. Um 19.00 Uhr starten wir, das wird eine anstrengende Nachtfahrt werden. Trotz voll gepacktem Auto fühlen wir uns von allem Ballast befreit. Die Fahrstrecke kennt das Auto schon, Verkehr ist am Freitagabend um diese Uhrzeit auch nicht zu erwarten. Die Rundfunksender SWR1,  Bayern 3 und OE 3 bringen angenehme Musik. Wie immer gibt’s keinen guten Sender mehr auf der italienischen Autobahn. Macht uns nichts aus, wir haben ja einige unserer Musikkassetten griffbereit. Im Dunkeln greift Helmut nach irgendeiner Kassette und legt sie ein. Einen Moment kommt nichts, aber dann „Time to say Good Bye“ und anschließend das gleiche Lied auf Deutsch. Auf der Kassette sind nur diese beiden Lieder und sonst nichts und die Kassette steht genau zum Abspielen an der richtigen Stelle. Einen passenderen Zeitpunkt für dieses Lied konnte es gar nicht geben. Es fasst  genau unsere momentanen Gedanken  und Gefühle in Worte. Es gibt schon sonderbare Zufälle. „Hat uns jemand diese Kassette ins Auto gelegt?“ fragen wir uns.  Nach einigem Überlegen erinnern wir uns. Diese beiden Lieder wurden gespielt, als Helmut in der Horber Kaserne nach Donaueschingen verabschiedet wurde. Ziemlich übermüdet kommen wir in Monfalcone an. Das Teakdeck ist noch unverändert und dann der ganze Hausrat. Wie sollen wir  das alles nur im Schiff unterbringen???

 

 

 

Das Chaos wurde nach Monfalcone auf das Vorschiff verlagert

 

 

 

 

 

 

 

Lektüre für lange Nächte